Simone Niggli-Luder
23-fache OL-Weltmeisterin
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Frühstück bei Bundespräsident Samuel Schmid
Simone, 11.9.2005
Anfang letzte Woche fing ich einen Schnupfen ein, doch glücklicherweise war bereits am Mittwoch das Schlimmste überstanden und in der Folge ging es aufwärts, so dass ich am Wochenende praktisch nichts mehr merkte.
In dieser Woche waren Mätthu und ich zweimal als Bahnleger tätig. Zuerst am Mittwoch-Training im Lochenberg, wo viele junge und ältere Norskaler ein letztes Training vor der EOM absolvierten. Für den Freitag Abend hatten wir die Bahnen gelegt für den Hindelbanker Nacht-OL. Der Wald Rüdtligen-Alchenflüh ist wie geschaffen für Nacht-OL, denn da er ganz flach ist, fordert er in der Dunkelheit gute Richtungskontrolle! Gerade als wir Posten setzen gehen wollten, fing es an zu hageln, und wir hofften auf schnelle Besserung. Der Hagel ging dann in Regen über und so machten wir uns auf in den Wald. Als es dann dunkel wurde, warteten wir im Ziel gespannt auf die erste LäuferInnen und deren Reaktion. Alle, die bei diesem Wetter in den Wald stachen, war ein Kompliment auf sicher und wir freuten uns über die positiven Feedbacks.
Am Samstag waren wir als WM-Team eingeladen zum Frühstück bei Bundespräsident Samuel Schmid. Dies fand im von-Wattenwyl-Haus statt, ein prächtiges Haus mit schöner Sicht auf die Aare. In diesem Haus werden normalerweise Staatsgäste empfangen, an diesem Samstag waren wir an der Reihe! Wir genossen das Frühstücksbuffet und Samuel Schmid erzählte von seinen eigenen OL-Erfahrungen. Es war ein spezieller und schöner Anlass, auf welchen wir sicher stolz sein können. Anschliessend ging es zum formellen Teil der WM-Auswertung, wobei es ganz einfach praktisch nichts zu kritisieren gab, ein schönes Fazit! Als Abschluss besuchten wir den Fussball-Match YB-FC Thun im Stade de Suisse. Das Stadion war imposant, die Leistung auf dem Rasen weniger. Ich war etwas enttäuscht, dass keine Tore fielen und hoffe, dass der FC Thun am Mittwoch gegen Arsenal etwas mehr zeigen kann.
Am Sonntag gings dann auf nach Solothurn an die Schweizer Meisterschaften. Ich wurde oft gefragt, ob ich mich dafür noch motivieren könne nach all diesen WM-Erfolgen. Natürlich ist die Vorbereitung und Motivation nicht zu vergleichen, aber wenn ich an einer Schweizer Meisterschaft am Start stehe, will ich natürlich immer mein Bestes geben. Heute klappte es aber für einmal überhaupt nicht. Bereits die ersten drei Posten suchte ich alle, vorallem beim dritten Posten verlor ich einiges an Zeit und in der Folge sollte es nicht viel besser gehen. Ich hatte dann zwar eine bessere Phase bis zum 12. Posten, wo ich wiederum unkonzentriert in den Postenraum lief und mich dann erst beim Bächlein hinter dem Posten wieder auffangen konnte. Die lange Route zu Po 14 gelang gut, doch dann hatte ich teilweise Mühe, die feine Karte im dunklen Wald zu lesen. Der grosse Fehler kam dann aber beim 20. Posten, wo ich zwar eine gute Route gewählt hatte, aber wiederum im Postenraum kreiste (ich sah jeden grünen Stein in dieser Gegend) und Zeit verlor. Auch zum nächsten Posten lief ich nicht meine geplante Route, doch dies war noch ein Zusatz zu einem eh schon verpatzten Lauf. Irgendwie schaffte ich es während des ganzen Laufes nicht, in einen guten Rhythmus und Fluss zu kommen und so reihten sich viele Postenraumfehler aneinander. Ich gewann die Silbermedaille hinter Martina Fritschy, die mit einem guten Lauf verdient Schweizer Meisterin wurde.
Gross zu grübeln lohnt sich aber meiner Meinung nach nicht und ich will auch keine Entschuldigungen suchen. Dies war ganz einfach ein schlechter Lauf von mir, ein Lauf, der halt auch mir einmal während der Saison passieren kann! Es zeigt sicher auch auf, dass es nicht so einfach ist, immer zuoberst zu stehen, denn jeder Lauf muss zuerst sauber gelaufen werden.
Die Organisatoren hatten meiner Meinung nach eine schöne Schweizer Meisterschaft organisiert mit dem Zieleinlauf direkt vor der grossen Festhalle.
Nun freue ich mich sehr auf unsere Reise nach Schweden. Morgen gehts ab in die Region von Dalarna, wo wir am Dienstag die Schwedischen Meisterschaften im Nacht-OL laufen werden. Diesen Wettkampf nehme ich vorallem als Erlebnis in Angriff, ich bin ja gespannt, wie ich bei Nacht in den schwedischen Wäldern zurechtkomme... am Freitag und Samstag folgen dann die Meisterschaft auf der Mitteldistanz und am Sonntag die Staffel. Es geht dann direkt weiter nach Dänemark ins Trainingslager, wo wir bereits WM-Gelände vom nächsten Jahr schnuppern werden...
 
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