Simone Niggli-Luder
23-fache OL-Weltmeisterin
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Hitzige Weltcupläufe in Fossum
Simone, 29.6.2009
Die zwei Wettkämpfe in Norwegen liessen mich nicht nur wegen den hohen Temperaturen ins Schwitzen kommen...
Im Stützpunkt-Trainingslager hatten wir vor einigen Wochen schon in der Gegend von Fossum trainiert und so wusste ich ,dass es toughe Wettkämpfe geben würde.
Das Gelände überraschte mich sehr positiv, die Organisatoren hatten die schönsten Teile für die Wettkämpfe aufgespart!

Norwegen begrüsste uns am Mittwoch mit herrlichem Sommerwetter und so blieb es auch die nächsten Tage. Sonne den ganzen Tag, warme, ja schon heisse Temperaturen bis gegen 30 Grad und Helligkeit bis am Abend spät, resp vom Morgen früh an...

Die Mitteldistanz fand in einem Gebiet mit ganz vielen kleinen Wegspuren statt. Dies machte das Ganze aber nicht einfach, im Gegenteil, es war schwierig, die undeutlichen Spuren im Gelände zu erkennen und zu sehen, welche auf der Karte waren und welche nicht. Hilfreich war, wenn man sich auch anhand des Höhenkurven-Bildes orientierte.
Der Start gelang mir leider an beiden Läufen nicht optimal, ich lief unsauber hinaus auf die Strasse. Ich konnte mich dann aber fangen und die nächsten Posten liefen gut. Zu Posten 7 hatte ich mich schnell für die Route entschieden und hatte auch das Gefühl, so schön zum Posten laufen zu können. Kurz vor dem Posten wurde es aber sehr unübersichtlich und ich liess mich zusätzlich von einige Männern ablenken. Nur einen kurze Konzentrationslücke reichte, dass ich meinen Standort nicht mehr genau wusste und so wurde es natürlich schwierig, in diesem Hang die Mulde zu finden.
Ich musste mich zum gelben Hügel auffangen gehen und schon stand die hinter mir gestartete Marianne Andersen neben mir. Ich freute mich dann aber sehr, als ich mich beim nächsten Posten wieder abschleichen konnte und sie mich nicht mehr einholte bis ins Ziel.
Der Schluss gelang wieder gut, auch wenn der Abstecher in den Sumpf zum 15. Posten unnötig war und etwas Zeit kostete.
Mit dem 4. Rang war ich recht zufrieden, aber der gröbere Fehler bei Posten 7 ärgerte mich schon etwas. Aber immerhin hatte ich mir auch eine gute Ausgangslage für den samstäglichen Jagdstart gesichert.
Foto: Brigitte Wolf
Foto: Brigitte Wolf
Jagdstart war ich schon sehr lange nicht mehr gelaufen und so war ich schon etwas nervös, als ich auf dem Startpodium stand. Zuerst mussten wir gleich den steilen Skihügel hinaufrennen, spektakulär für die Zuschauer und happig für uns Läufer...
Wieder lief ich zu unkontrolliert los und so hatten mich beim ersten Posten die zwei nach mir gestarteten Emma Johannsson und Bodil Holmström eingeholt. Es waren zwar nur 20 Sekunden gewesen, aber ich ärgerte mich schon etwas, dass mir dieser Start wieder missglückt war. Der Ärger verflog auch den nächsten Posten sofort, da die Posten genau dort standen, wo ich sie erwartete und ich mich auch läuferisch von den anderen beiden absetzen konnte.
Auf dem Weg zu Posten 7 sah ich dann sogar die mehr als 1' vor mit gestartete Marianne Andersen vor mir und beim nächsten Posten hatte ich sie eingeholt. Auch die führende Minna Kauppi lief bei uns, allerdings wusste ich nicht, dass sie schon die kleine Schlaufe absolviert hatte (bei mir Posten 11-14).
Zusammen liefen wir weiter zu Posten 9. Nach dem Graben wurden alle drei unsicher und Marianne lief nach links. Ich folgte Minna, die nach rechts lief, da ich überzeugt war,noch weiter nach rechts laufen zu müssen. Als dann aber der Posten nicht kam, wurde auch ich unsicher und kurz vor dem Posten (wie ich später auf dem GPS sah) machte ich kehrt und lief wieder zurück. Als ich mich dann beim kleinen Felsen aufgefangen hatte, musste ich wieder zurück und somit waren die anderen beiden vorne weg.
Zeit zum ärgern blieb nicht, denn es folgten einige schwierige Posten.
Dieser grobe Fehler hatte mir aber doch einen "Knick" gegeben und in der Folge fühlte ich mich auch physisch sehr schlecht und ich machte einige dumme Fehler. Ich hatte das Gefühl, dass der Zug vorne nun abgefahren sei und dass ich wohl einige Plätze verloren hätte.
Nach dem Schmetterling kam ich mit Bodil zusammen und wir liefen bis zum Übergang zusammen. Sie lief sehr sehr sauber und konnte so meine kleinen Schwenker oft wieder ausgleichen.
Die Hitze war schon ziemlich heftig und als wir beim See vorbeikamen (nach Po 16) hätte ich gerne ganz kurz mit den Badenden getauscht ;-)

Beim Überlauf wartete ich gespannt auf die Meldung vom Speaker und dessen Nachricht gab mir einen grossen Kick: es ging um Rang 3 und 4 zwischen mir und Bodil! Also waren sonst keine Läuferinnen an mir vorbeigelaufen und nun wollte ich natürlich alles geben für meinen ersten Podestplatz in diesem Jahr!
Foto: Brigitte Wolf
Foto: Brigitte Wolf
Die letzte Schlaufe mass nur noch etwas mehr als einen Kilometer und ich konnte nochmals Kräfte freisetzen. Es gelang mir, mich von Bodil zu lösen und so als Dritte einzulaufen.

Dieses Resultat freut mich sehr, auch wenn die Leistung dahinter nicht ganz zufriedenstellend ist.
Aber mit Rang 4 und 3 an diesem Wochenende kann ich sicher zufrieden sein.

Nun geht es am folgenden Wochenende weiter mit den Testläufen für die WM. Das Programm
Donnerstag: 2 Sprints (Langenthal Ost und Lööliwald)
Samstag: Mitteldistanz (Heisser Forst bei Ravensburg)
Sonntag: Langdistanz (Heisser Forst)

Es gibt also weitere Möglichkeiten für Verbesserungen und Anpassungen, ich freu mich!
 
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