Simone Niggli-Luder
23-fache OL-Weltmeisterin
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Swiss-O-Week Sieg!
Simone, 26.7.2014
Gesamt-Sieger Simone und Daniel Hubmann
Gesamt-Sieger Simone und Daniel Hubmann
Schon lange hatte ich mich auf die OL-Ferien-Woche in Zermatt gefreut und auf die vielen verschiedenen Gelände. Viel war geschwärmt worden von der SOW 2006, die im gleichen Gebiet ausgeführt worden war und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar schien die Sonne etwas weniger als erhofft, doch die Gelände waren der Hit. Dass es am Schluss sogar zum Gesamt-Sieg reichte, war natürlich das Tüpfchen auf dem i.
Aber alles der Reihe nach:

Prolog Zermatt Dorf:
Ich erwischte einen denkbar schlechten Start in diesen Mehrtage-Lauf. Mit einem gut 2-Minütigen Fehler eröffnete ich den Sprint, viel zu viel um ein Wörtchen mitreden zu können. Gerne wäre ich im Halbfinal mitgerannt, aber so musste ich einsehen, dass ich (hoffentlich) bereits mein Streichresultat der Woche eingefahren hatte. Ab jetzt durfte ich mir keine solche Dummheiten mehr erlauben ;-))

 
Etappe 2 Schwarzsee- Die Überwältigende
Kurz vor meinem Start schob sich eine Nebelbank ins Laufgebiet, doch glücklicherweise führte die Bahn zuerst bergab, so dass ich bald wieder etwas mehr Sicht hatte. Das Gelände war teilweise sehr rau, aber ich kam gut vorwärts und hielt die Fehler so in Grenzen, dass es zum Sieg reichte. Vorallem das Gebiet beim Stausee war äusserst attraktiv, auch wenn wir nachher wieder gut 125 Höhenmeter auf einer Teilstrecke zu klettern hatten.

 
Zieleinlauf<br />alphafoto.com
Zieleinlauf
alphafoto.com
Etappe 3 Gornergrat- Die Himmlische
Aufgrund der Wetterlage wurden die Etappen abgetauscht und so konnten wir zuerst das Gebiet zwischen Riffelberg und Gornergrat belaufen. Ich war überrascht, wie schnell belaufbar das Gelände war, wirklich ein High-Speed-Lauf! Ich erwischte eine super erste Hälfte, bevor ich etwas planlos eine falsche Route zu 12 lief und so meinen ersten Zeitverlust in Kauf nehmen musste. Kurz nachher kämpfte ich mit Seitenstechen beim bergab laufen, denkbar schlecht in diesem Gelände... glücklicherweise gings dann auch wieder mal bergauf und so verschwand das Seitenstechen wieder. Ein tiptoper Lauf in herrlichem Gelände, der zweite Sieg war perfekt!

 
Schlussteil Riffelberg
Schlussteil Riffelberg
Etappe 4 Grüensee- Die Liebliche
Für die Elite wurde diese Etappe als Massenstart mit Schlaufen ausgetragen. Zugegebenermassen war ich nicht extrem positiv eingestellt für dieses Rennen mit Gegnerkontakt. Momentan mache ich viel lieber alleine OL und ich hoffte, dass das Gabelungssystem zu einer Aufteilung führen würde. Und wirklich: die Bahnleger hatten eine sehr tolle Bahn gelegt mit vielen verschiedenen Varianten, so dass ich sehr viel alleine unterwegs war.
Der Start (und dann auch der Überlauf zur zweiten Schlaufe) waren mehr als imposant: scheinbar senkrecht erschien die Wand, die wir zweimal zu erklimmen hatten, eine toughe Sache! Nach der ersten Schlaufe war ich in Führung, knapp vor Mari Fasting. Doch nach dem Startpunkt teilten sich unsere Wege wieder und ich sah sie erst wieder, als ich zum Sammlungsposten lief. Dort lag sie ca 20 Sekunden vor mir, doch aufgrund eines Fehlers ihrerseits hatte ich sie beim nächsten Posten eingeholt. Zwei Posten später blieb sie kurz stehen, weil sie eine falsche Postennummer im Kopf hatte und ich konnte diese kleine Lücke nutzen und den Vorsprung ins Ziel bringen. Wow, Sieg im Massenstart, etwas unerwartet, aber umso schöner!

 
Etappe 5 Trockener Steg- Die Eisige
Auf diese Königsetappe hatte ich mich besonders gefreut und ich war froh, dass die Wetterverhältnisse auch ein reguläres Rennen zuliessen. Auf knappen 3000 M.ü.M liefen wir über Felsplatten und unterhalb des Gletschers, ein einmaliges Laufgebiet!! Dass die Luft um einiges dünner war dort oben, merkte ich aber schon deutlich, nicht zum ersten Mal diese Woche waren die Anstiege happiger als normal ;-)
Der erste Teil unserer Bahn war Challenge pur! Meine Taktik bestand daraus, möglichst kontrolliert zu laufen und sehr viel mitzulesen. Das gelang mir auch sehr gut, ich lief ohne Risiko und erlaubte mir einige Extra-Stopps um einen Aussetzer zu vermeiden. Im vemeintlich leichteren zweiten Teil unterliefen mir dann doch noch zwei (ärgerliche) Fehler, aber es reichte dennoch zum vierten Sieg in Folge. Dieses Gelände war wirklich ein Highlight dieser Woche, OL vom feinsten!
Die Rückfahrt wurde dann aufgrund eines Bahn-Defektes länger als erwartet und wir waren froh, als wir um halb 7 zu Hause waren...

 
dem Matterhorn so nahe...<br />alphafoto.com
dem Matterhorn so nahe...
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Etappe 6 Sunnegga- Die Genussvolle
... denn am nächsten Morgen war frühzeitig Tagwach für mich. 8.14 Uhr lautete meine Startzeit und diesmal machte ich bei meinen Ess-Gewohnheiten (3.5 h vor dem Start frühstücken) nicht ungern eine Ausnahme ;-))
Es war speziell, so früh am Tag loszugehen und vorallem auch besonders, wenn man zurück im Tal ist und immer noch Leute hinauf zum Start fahren.
Das Rennen war eine ziemlich downhill-geprägt, auf den ersten 8 Posten waren 400 Höhenmeter zu vernichten! Obwohl (oder grad darum) ich den ersten Posten beim Vorstart richtig geraten hatte, lief ich zu schnell los und rannte schon mal beim ersten Posten vorbei und legte eine Ehrenrunde ein. Nebel und Feuchtigkeit machten den ganzen Lauf zu einer Rutschpartie und im Wald war wegen kniehohem Gras die frühe Startzeit nicht gerade ein Vorteil. Beim elften Posten machte ich einen grösseren Fehler und beim zweitletzten liess ich mich durch einen anderen Posten zu einigen unnötigen zusätzlichen Höhenmeter verleiten. Leider sah man vom schönen Leisee nicht gerade viel beim Zieleinlauf und um 9 Uhr stempelte ich zum letzten Mal das SOW-Ziel.
Es reichte zum 5. Etappenrang, aber das war gut genug um meine Gesamt-Führung zu verteidigen!

Eine tolle Woche geht zu Ende, eine Woche mit schönem OL, netter Gesellschaft, einigen Murmelis, zahlreichen Bergbahn-Fahrten und viel Matterhorn !

Ich freue mich schon auf die SOW 2016 im Engadin, die eine Woche nach der JWOC in Scuol stattfinden wird. Mehr dazu unter folgendem Link:
 
 
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